Willkommen bei den iranischen Rätekommunisten, Herr Ulfkotte! [DE]
11-10-2008
Huib in 2008, Countries::Iran, Deutschland, Extreme Left, Extreme Left, Germany, Iraq, Ulfkotte, Ulfkotte, [DE]

Da hat Jochen Hoff am 10. Oktober einen Riesen-Scoop!

Ulfkotte hat entweder (wieder) eine grossartige politische Fehleinschatzung gemacht, oder ... hat er jetzt den Rätekommunismus umarmt?

Mina Ahadi,


die man hier neben Ulfkotte sieht während der "Kritischen Islam Konferenz" am 12. September in Köln, und nochmals, am 19. September bei der ulfkotteschen "Massendemonstration" der "Dritten Kraft" gegen braunen Rechtsextremen UND gegen linken Verrätern die der "Herrschaftsanspruch des Islams" beigetreten seien, diese Frau Mina Ahadi also, ist eine Hauptvertreterin der iranischen "Arbeiterkommunisten" die im Iran eine Arbeiter-Räterepublik gründen möchten. Eine kleine-, im Exil lebende, Bewegung, die in den meisten westlichen Ländern vertreten ist.

Antireligiöser Rätekommunismus

Mir ist die ideologische Gesinnung der "Arbeiterkommunisten" eher sympathisch. Obwohl Anhänger von Marx und Lenin, sind diese Arbeiterkommunisten (im Gegensatz zu den Salonkommunisten der Tudeh von Teheran) alles anderes als Massenmordheuchler, wie die Stalinisten. Ideologe und Gründer der Partei und ihrer irakischen Filiale ist Mansur Hekmat. Der Junggestorbene ist auf Highgate in London beerdigt worden, in der Nähe des Grabmals von Karl Marx (+1883). 

In Deutschland hat es 1919-1923 Versuchen zur Gründung von Räterepubliken gegeben, zum Beispiel in Berlin (Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg) und in München. In Ungarn wurde Bela Kun von Admiral Horthy nach wenigen Monaten in die Sowjet-Union gejagt.

Die Arbeiterkommunisten-Bewegungen versuchen sich eben sosehr gegen dem westlichen Imperialismus, als gegen der "Herrschaftsanspruch des Islamismus" zu wiedersetzen. Am Anfang dieses Kalenderjahres haben sie ein internationales Manifest geschrieben, für eine "Dritte Kraft" gegen US-Imperialismus und gegen Islamismus. Mina Ahadi und ihre Freunde haben diese Zielsetzung leicht angepasst an den kölner Gegebenheiten. Der US-Imperialismus wurde zu "braune Fremdenfeindlichkeit", aber der "islamische Herrschaftsanspruch" wurde beibehalten.

Während die Tudeh anfangs in 1979 Khomeiny unterstützte, sind die Arbeiterkommunisten immer aufgetreten für einen säkulären Staat.

Eine Partei wie die CDU oder die CSU wurde in einem arbeiterkommunistischen Iran verboten sein.

Die Arbeiterkommunisten der Mina Ahadi glauben ebenso wenig an den islamischen Wurzeln des Irans, als an den judeo-christlichen Wurzeln Europas, die Udo Ulfkotte sosehr ans Herz gebacken sind.

Sicherheitsmassnahmen wieder mal verwarlost? Oder zum Rätekommunismus bekehrt?

Variante 1: Udo Ulfkotte hat sich wieder einmal geirrt. Er hätte sosehr gehofft, mit Ralph Giordano auf einem Bilde zu erscheinen, dass er ganz vergessen hat, die notwendigen Sicherheitsmassnahmen nachzugehen, die er doch mit so viel Nachdruck den Unternehmern auf Konferenzen vorhält? Er hatte noch in April im Handelsblatt die Naïvetät der mittelgrossen deutschen Unternehmer gerügt, die ohne Sicherheitscheck sich mit allerhand ausländischen Spionen und Terroristen verbinden. Wenn es so ist, gibt es leider ein Tatbestand, das für den Sicherheitsbusiness des Dr. Ulfkotte kaum positiv zu bewerten sei.

Variante 2: Udo Ulfkotte ist zum Rätekommunismus übergegangen. Bald wird in Wetzlar der erste deutsche ArbeiterBürgerrat des 21sten jahrhunderts die Macht ergreifen, wobei die Bürgerbewegung Pax Europa praktischen und ideologischen Unterstützung leisten wird. So etwas wurde eine echte Revolution heißen!

Man sieht: Never a dull moment, mit dem Doktor Caligari!

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